Keine Toleranz für Intoleranz, keine Bühne für Thilo Sarrazin!

Am kommenden Donnerstag, den 09. September 2010, findet im Nikolaisaal Potsdam eine Veranstaltung und Lesung mit Thilo Sarrazin statt. Wir rufen gemeinsam mit vielen anderen zum Protest und zur Kundgebung dagegen auf: am Donnerstag, den 09. September ab 18:30 Uhr in der Yorckstraße/Ecke Wilhelm-Staab-Straße.

Das Antikapitalistische Bündnis Potsdam hat dazu einen längeren Aufruf verfasst, den ihr auf inforiot.de nachlesen könnt.

Auch von uns gibt es eine Pressemitteilung und den Aufruf, sich an den Protesten zu beteiligen:

Keine Toleranz für Intoleranz,
keine Bühne für Thilo Sarrazin!

Am kommenden Donnerstag plant Thilo Sarrazin die Lesetour seines neuen rassistischen Pamphlets „Deutschland schafft sich ab“ in Potsdam zu starten. Sarrazin ist seit Längerem für ein Weltbild bekannt in dem nur Menschen, die einen ausreichenden Nutzwert aufweisen Platz finden: Erwerbslose, Migrantinnenen und Migranten gehören nach seinem Verständnis offenbar nicht dazu. Mehr als einmal hat Sarrazin Zeugnis von den rassistischen und sozialdarwinistischen Ideen abgelegt, die er auch in seinem neuen Buch vertritt. Von der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichwertigkeit und Würde des Menschen hat er sich damit schon lange verabschiedet.

Er unterstellt Türkinnen und Türken einen niedrigen Intelligenzquotienten, attestiert Erwerbslosen Faulheit und Dummheit und macht nicht einmal davor halt, „jüdische Gene“ ins Feld zu führen, um mit ihnen vermeintliche Charakteristika zu begründen. Den Stand wissenschaftlicher Forschung ignoriert Sarrazin dabei ebenso souverän wie aktuelle Statistiken, er macht Eugenik, plumpen Rassismus und Sozialdarwinismus dadurch hoffähig.

„Sarrazin macht sich lächerlich“, meint Sascha Grabsch, Student an der Universität Potsdam: „Nichtsdestotrotz ist sein ressentimentgeladenes Weltbild anschlussfähig an rechte Einstellungen und rassistische Stimmungen in der Bevölkerung. Einem Prediger von rassistischen Vorurteilen ein Podium zu bieten zeugt vom Fehlen jeglicher Sensibilität. Auch der Verweis auf Meinungsfreiheit hilft da nicht weiter – zumal Thilo Sarrazin seine Meinung mittlerweile laut und mehr als oft genug sagen durfte.“

[’solid] Potsdam begrüßt die Entscheidung des Waschhauses, die Veranstaltung mit Thilo Sarrazin abzusagen und hofft gleichzeitig auf einen ähnlichen Erkenntnisprozess beim neuen Veranstaltungsort Nikolaisaal: „Es ist außerdem ein Skandal, dass der Veranstalter, das Brandenburgische Literaturbüro, die Lesung mit der Unterstützung durch öffentliche Gelder des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg durchführt. Die Bemühungen des Landes Rassismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen werden so konterkarriert,“ stellt Sascha Grabsch weiterhin fest.

Wir rufen deshalb alle Potsdamerinnen und Potsdamer auf, sich an der geplanten Kundgebung gegen die Lesung und die rassistische Stimmungsmache zu beteiligen und am Donnerstag, den 09. September ab 18:30 Uhr in die Wilhelm-Staab-Straße zu kommen.


1 Antwort auf “Keine Toleranz für Intoleranz, keine Bühne für Thilo Sarrazin!”


  1. 1 Mariana 10. März 2011 um 16:58 Uhr

    Keine toleranz fuer intoleranz keine buehne fuer thilo sarrazin.. Ho-o-o-o-t :)

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