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Rumgeopfer, „Sieg Heil“-Rufe, schlechte Musik – Hitlers Geburtstag in Nauen

Am Dienstag, den 20. April 2010, veranstaltete die NPD in der Zeit von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr im osthavelländischen Nauen eine so genannte „Mahnwache“, mit der vorgeblich an den Bombenangriff vor 65 Jahren erinnert werden sollte.
Von der NPD war nichtsdestotrotz nichts weiter zu sehen, stattdessen gruppierten sich einige Autonome NationalistInnen in einem kläglichen Häufchen von 20 Nazis im Kreis und versuchte den Opfern der alliierten Kriegsanstrengungen in Nauen zu gedenken, und damit die völlig legitimen Kriegsbemühungen der Anti-Hitler-Koalition zu delegitimieren.
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Dresden 2010 – Vorbereitet in die Proteste

Vorbereitungs-Reader

Dieser Reader fasst alles wissenswerte rund um die Hintergründe der Proteste und Blockadeversuche gegen den Naziaufmarsch am 13.Februar in Dresden zusammen. Die Geschichte und die Aufrufe der antifaschistischen Bündnisse, Infos rund um das Gedenken und dessen nationalistisches, geschichtsrevisionistisches und revanchistisches Anliegen, sowie nützliche Rechtstipps zu Demos und Ingewahrsamnahmen.
Vor Ort helfen die Dresden-Karte und die Telefonnummern und Zugänge zu den Informationsverteiolungs-Technologien weiter.

Dieser Reader ist für alle, die organisatorisch und inhaltlich auf den 13. Februar vorbereitet sein wollen.

13. Februar Nazifrei: Busplätze nach Dresden jetzt buchen!

Tickets sichern: Jetzt hier anmelden

Naziaufmarsch in Dresden verhindernAm 13. Februar treffen sich wieder Nazis aus ganz Deutschland und Europa in Dresden, um dort ihr widerliches Geschichtsbild auf die Straße zu tragen! Das wollen wir verhindern – gemeinsam mit etlichen anderen Gruppen unterstützt auch die linksjugend [’solid] den Blockade-Aufruf des Bündnisses „No Pasaran!“. Auch aus Brandenburg wollen wir mit verschiedenen Bussen nach Dresden fahren, um die Nazi-Demo zu stoppen. Hier könnt ihr euch für einen der Busse anmelden. Beide Busse fahren Samstagabend zurück (genaue Infos wie Abfahrtsort bekommst du nach Anmeldung und Bestätigung per Mail). Tickets hin und zurück kosten für Mitglieder und aktive Sympthathisant_innen 10€, sonst 20€.

ABBA kommt auch nicht wieder. Niemand braucht eine Garnisonkirchenkopie.

Die Linksjugend [’solid] Brandenburg spricht sich entschieden gegen die Förderung des Wiederaufbaus der Garnisonkirche mit öffentlichen Geldern aus: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass das Land Brandenburg ein preußisches Relikt nach dem Anderen wieder aufbaut, während in nahezu allen sozialen Bereichen Geld fehlt“, kritisierte eine Sprecherin: „Der kommende Haushalt und die Finanzkrise werden für das Land Brandenburg tiefe Einschnitte bedeuten – aber die rosa-rote Regierung fördert großzügig den Wiederaufbau einer Kirche, die den preußischen Militarismus verherrlicht und die Herrschaft der Nazis verharmlost.“

Gefördert wird hier nicht die Aufarbeitung des historischen Schulterschluss zwischen christlich-konservativen Kräften der Weimarer Republik und den Nationalsozialisten – ein Schulterschluss, der einen der wichtigsten Schritte der Machtübergabe an Hitler darstellte. Nein, Ziel der Fördergesellschaft ist, dass „der befreiende Ruf des Evangeliums wieder von hier erschallt“ (aus „Ruf aus Potsdam“). Der 21. März 1933 wird hierbei als „Missbrauch“ der Garnisonkirche bewertet. Die offensichtliche Verbindung zur militaristischen und preußischen Tradition der Kirche, welche einen fruchtbaren Nährboden für den Aufstieg der Nationalsozialisten schuf, wird ein Mal mehr ignoriert.

Auf die Aufrufe der Träger_innen der Fördergemeinschaft und der Unterzeichner_innen des „Ruf aus Potsdam“ folgten nur klägliche Spenden, so dass der Aufbau augenscheinlich in weite Ferne rückte. Dass ausgerechnet eine rot-rote Landesregierung nun den Finanzmangel aus staatlichen Geldern decken will, indem sie 2 Millionen Euro aus dem ehemaligen DDR-Vermögen in den Garnisontopf wirft, ist ein politischer Skandal. Mit der großzügigen Subventionierung der „Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche“ scheint Ministerin Münch sich das Wohlwollen von Potsdams konservativem Bürgertum unter der Flagge einer sozialdemokratisch-sozialistischen Landesregierung erkaufen zu wollen.

Eine solche Entwicklung war absehbar seit die Koalitionspartner – scheinbar ohne sozialpolitisches Problembewusstsein – im Koalitionsvertrag eine zusätzliche Förderung der historisch-preußischen Park- und Schlossanlagen mit 280 Millionen Euro festschrieben.

Kritik gegen Verein Inwole ist unbegründet

Der Brandenburger Verfassungsschutz fährt mal wieder eine Kampagne gegen linke Gruppen im Land – ganz dem Zeitgeist verpflichtet, will er offensichtlich den Berliner Kolleginnen und Kollegen in nichts nach stehen: Dort wird schließlich auch seit Monaten eine Kampagne gegen vermeintlich linke Autoanzünder gefahren. Verurteilungen von „Linken“ gibt es bis heute zwar nicht, aber das interessiert offensichtlich nur am Rande: Eine linksautonome Gefahr wird herbeigeschrieben. Umso bedauerlicher ist es, dass auf die Potsdamer Tageszeitung PNN jetzt offensichtlich meint, in die Kampagne Berliner Boulevardzeitungen einstimmen zu müssen. Jüngstes Opfer ist der Verein Inwole in Potsdam.

Während CDU-Hardliner Sven Petke offensichtlich seine Kontakte zum ehemaligen Arbeitgeber Verfassungsschutz nutzt, um Kampagnen gegen missliebige Projekte und Vereine loszutreten, wäre es eigentlich an der Zeit, den Blick Richtung Kopenhagen zu wenden. Angesichts der katastrophalen Ergebnisse des Klima-Gipfels wird deutlich, dass das Problem nicht in einem Aufruf zu Demonstrationen und zivilen Ungehorsam gegen eine Alibi-Veranstaltung besteht, die für Milliarden von Menschen auf der Welt eine dramatische Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen bedeutet.

Linksjugend [’solid] Potsdam verurteilt die unbegründete Panikmache von Sven Petke, PNN und Brandenburger Verfassungschutz: Wir kennen das Projekthaus Babelsberg und den Verein Inwole als wichtigen Akteur der Jungendbildung in der Potsdam und Brandenburg. Zuletzt veranstalteten wir in den Räumlichkeiten ein Vorbereitungstreffen für eine Gedenkstättenfahrt nach Polen. Den engagierten Mitgliedern des Vereins antidemokratische Positionen und Gewalttätigkeit vorzuwerfen, ist absurd!

Die WAHRE Antifa-Filmreihe

Die WAHRE Antifa-Filmreihe

Die angebliche „Aufarbeitung der Vergangenheit“ ist längst integraler Bestandteil deutscher Vaterlandsliebe geworden.
Eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Deutschen ist dabei jedoch nicht gewünscht, griffe die doch das Selbstbild von Familie und Nation an.

So geht mensch lieber ins Kino oder auf die eigene Fernseh-Couch wenn er oder sie „aufarbeiten“ will. Dort trifft er oder sie – immer in wahnsinnig authentischen – Filmen auf TäterInnen-Bilder, die entweder durch durch Dämonisierungen nur all zu leicht Distanz zum Zuschauer herstellen (beispielsweise die daknbare Darstellung des Sadisten Amon Göth in „Schindlers Liste“), um diese dann voyeuristisch als Möchtegern-Tabubruch wieder aufzubrechen („Der Untergang“). Würde Goebbels selbst das Bild der Nazis nach dem krachenden Ende des ‚dritten Reichs‘ bestimmen, er könnte es kaum besser machen.
Wenn einmal nicht der sadistische Nazi gezeigt wird, so wird er Verständnis erheischend seiner antisemitischen und menschenverachtenden Motivation beraubt: Frauen werden vergast um die eigene Leseschwäche zu verbergen („Der Vorleser“).
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Die Stasi ist tot – Montagsdemo what?

Nach der reihenweisen Aufdeckung von ehemaliger Stasi-Zusammenarbeit bei Abgeordneten der Linkspartei im brandenburgischen Landtag wittern die frustrierten WahlverliererInnen von CDU und FDP nun ihre Chance einer Wiederbelebung ihres nationalen Lieblingsmythos, der es so schön schafft, zivilbürgerschaftliches Rebellentum, Nationalismus und Antikommunismus zu vereinen: die Montagsdemonstration.

Seit letzter Woche wollen CDU- und FDP-Mitglieder und SympatisantInnen nun jeden Montag durch die Stadt ziehen – solange bis… das System gestürzt ist… oder so.

Unser Korrespondent für „Manifestationen peinlicher Heuchelei“ war vor Ort und berichtet:
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Die DVU aus der Bahn werfen! Switch off nazi propaganda!

Am Sonntag, dem 20.September versucht die DVU den Höhepunkt ihres Wahlkampfs in Potsdam zu zelebrieren,

Die zentrale Wahlkampfveranstaltung der DVU in Potsdam hat eine gewisse Tradition, die bisher allerdings recht wenig zum Ruhm der Nazis beigetragen hat. Als sich die DVU zu den Kommunalwahlen 2008 auf dem Luisenplatz sammelte um ihr Deutsches Volk von ihrer faschistischen Vision zu überzeugen, endete die Veranstaltung in einem peinlichen Fiasko. Die 50 bemitleidenswerten Nazigestalten waren nicht in der Lage die Sabotage ihrer Technik und die Entglasung ihrer Reisebusse zu verhindern.
Der fliegende Generator ist damit Symbol des konsequenten antifaschistischen Widerstands geworden.
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Die Nazis im Kiez

Den rechten Konsens brechen!

Es ist noch keine drei Wochen her, da wurde Marwa El-Sherbin in Dresden Opfer eines rassistischen Mordes. Mitten in einem Gerichtsprozess, in dem sie als Klägerin auftrat, wurde sie vom Angeklagten angegriffen und getötet. Die Staatsanwaltschaft sprach später davon, das der Täter aus einer zutiefst ausländerfeindlichen Motivation heraus gehandelt habe.

Erst eine Woche später, nach dem es auf Grund der Tat in mehreren Ländern zu Protesten gegen Islamophobie in Deutschland kam, wurde der Vorfall als rechtsradikale Tat wahrgenommen und einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

Zwei Wochen nach dem Mord in Dresden kam es zu einem weiteren brutalen rechten Übergriff in Berlin-Friedrichshain. Ein Student wäre fast das zweite Todesopfer von Neonazis innerhalb weniger Wochen geworden. (mehr…)

Lebensräume statt Preussenträume

Am 06. Juni 2009 startet am Hauptbahnhof in Potsdam ab 15:00 Uhr die zweite große Freiraumdemo. Demonstriert wird für den Erhalt und die Reetablierung von alternativen Hausprojekten und Freiräumen, wie dem Archiv, dem La Datscha, der Charlottenstraße 28, der Uhlandstraße 24, der Dortustraße 65 und hoffentlich zukünftig dem „Freiland“-Projekt (vor allem vorangetrieben von den Betreibern des vor einem Jahr geschlossenen Spartacus).

Das Demobündnis lädt jedeN ein sich an dem Protest um den Erhalt der Potsdamer Jugendkultur, aber auch für bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu beteiligen:

Historische Schlösser, barocke Kirchen mit militaristischer Vergangenheit, Parks, in denen das Betreten von Wiesen verboten ist und angrenzende, durch hohe Zäune gesicherte Villenviertel: Das ist Potsdam.
Geschichtsrevisionist_innen, Organisationen ehemaliger Fallschirmjäger und Stiftungen zum Erhalt preußischer Traditionen reichen sich hier die Hand. Unrefektiert und teilweise fanatisch wird daran gearbeitet, wieder das aus der brandenburgischen Landeshauptstadt zu machen, was sie einmal war: Eine Hochburg preußischer Kultur.
Besonders die Innenstadt stellt dabei ein wichtiges Prestigeobjekt dar. Das Stadtschloss und die Garnisonkirche sollen hier wieder errichtet und der ehemalige Stadtkanal ausgebuddelt werden. Veranstaltungsorte wie der Spartacus und nicht ins Bild passende Bauten müssen weichen oder sich anpassen.
Mit den Einrichtungen verschwinden auch die Initiativen und Projekte, die eine lebendige und alternative Kultur symbolisieren.
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